Institut

für

Afrikastudien

TERMINE/EVENTS 2017


 Oktober 2017
'Was treiben die Deutschen in Kamerun?!' Deutschland und Kamerun in Fotos aus dem Bundesarchiv
20.10.2017 - 16.02.2018

Afrika - ein Kontinent kriegerischer Auseinandersetzungen und korrupter Politiker, geprägt von Flucht und Vertreibung? Eroberung, Besetzung, Kolonialisierung und Migration sind in der Geschichte von Völkern häufig miteinander veıwoben. Das zentrale Lastenausgleichsarchiv des Bundes ist nicht zuletzt ein „Migrationsarchiv“, in dem das Vertreibungsgeschehen der deutschen und deutschstämmigen Bevölkerung
am Ende des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach dokumentiert wird. Insofern ist dieser Ort gut geeignet für eine Ausstellung über die Beziehungen zu Staaten mit kolonialer Vergangenheit. Besucher können (Zwangs)Migration als epochenübergreifendes Phänomen begreifen und „rote Fäden“ aufspüren.
Kamerun war von 1884 bis 1916 eine deutsche Kolonie. Das Ende der Kolonialherrschaft bedeutete jedoch nicht das Ende der wechselseitigen Beziehungen. Auch in der Zwischenkriegszeit siedelten hier Deutsche. Die DDR und die Bundesrepublik Deutschland verfolgten unterschiedliche politische Ziele gegenüber der seit 1960 unabhängigen Republik.
Fotografien aus dem Bundesarchiv vermitteln ein Bild von friedlichen, aber auch konfliktbeladenen Begegnungen von deutschen Kaufleuten, Missionaren, Kolonialbeamten, Pflanzem und Politikern mit kamerunischen Bauem, Händlern, Arbeitern, Sultanen und Staatsoberhäuptem. Für die Präsentation in Bayreuth wurden besondere Schriftstücke aus den Beständen des Bundesarchivs ausgewählt wie zum Beispiel der 1885 unterzeichnete „Schutzvertrag“ oder das Motiv, das für die Flagge der deutschen Kolonie vorgeschlagen wurde. Die Zeit nach 1949 wird u.a. mit der Bitte einer kamerunischen Befreiungsbewegung um Unterstützung oder dem Staatsbesuch von Bundespräsident Heinrich Lübke belegt.
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Kamerun entstanden. Ihr Titel ist angelehnt an das Anti-Koloniallied „Was treiben die Deutschen in Afrika?“ von 1898.


Rahmenprogramm

19. Oktober 2017, 19.00 Uhr, Ausstellungseröffnung mit Vortrag Prof. Dr. Hennann Hiery, Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Neueste Geschichte Migrationsaspekte in der Geschichte der ehemaligen deutschen Kolonien

17. Januar 2018, 19:00 Uhr, Vortrag Prof. Dr. Achim von Oppen, Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Geschichte Afrikas ,Out of Africa'? Migration und Zukunft in der modernen Geschichte Afrikas

Ort:
Dr.-Franz-Str.1 Bayreuth