Institut

für

Afrikastudien

Land-Stadt-Verflechtungen als Überlebenssicherungssystem in Entwicklungsländern


  

Leitung:


  

Prof. Dr. Beate Lohnert



Lehrstuhl:

Geographische Entwicklungsforschung

Kontakt:

beate.lohnert@uni-bayreuth.de

Mitarbeiter:

Laufzeit:

2002 - 2008

Internet:

http://www.lsge.uni-bayreuth.de/de/projects/22/ind...

Die starken sozialräumlichen Interaktionszusammenhänge zwischen städtischen und ländlichen Räumen in Südafrika stellen für viele verwundbare Bevölkerungsgruppen in den Städten und auf dem Land einen zentralen Aspekt der Überlebenssicherung dar. Die Überlebenssicherungssysteme bauen auf der translokalen sozialen Vernetzung der Akteure auf. Nachdem die Arbeiten zur Untersuchung der sozialräumlichen Beziehungen auf der Ebene der translokalen Organisation von Haushalten abgeschlossen sind, steht nun die Analyse der sozialen Mechanismen und der Dynamik innerhalb der informellen Migrantennetzwerke in der Stadt (Amakhaya-Groups) im Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses der vertiefenden Folgeuntersuchungen. Die Amakhaya-Groups werden als translokales Phänomen und als Substruktur einer den Flächenraum übergreifenden Gemeinschaft (translokale Community) verstanden und in ihrer Bedeutung für die Stabilisierung der sozialräumlichen Verflechtung zwischen Land und Stadt untersucht. Die Einbindung des Konzepts des "sozialen Kapitals" und neuerer Netzwerkansätze in den Verwundbarkeitsansatz soll dazu beitragen, eine translokale Perspektive für die Verwundbarkeitsforschung zu begründen. Die Translokalität der Lebenszusammenhänge verwundbarer, hoch mobiler und sozialräumlich vernetzter Gruppen wurde bisher in der Entwicklungspolitik und -planung weitgehend außer Acht gelassen, daher dient dieses Forschungsprojekt durch die praxisrelevante Einbindung in einen intensiven Dialog mit südafrikanischen Institutionen auch der Weiterentwicklung entwicklungspolitischer Leitlinien.