Institut

für

Afrikastudien

Bodenkundliche, geobotanische und pflanzenphysiologische Grundlagen einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Munessa-Waldes


  

Leitung:


  

Prof. Dr. Wolfgang Zech


  

Prof. Dr. i.R. Klaus Müller-Hohenstein


  

Prof. Dr. Erwin Beck



Lehrstuhl:

Pflanzenphysiologie

Kontakt:

erwin.beck@uni-bayreuth.de

Mitarbeiter:

Laufzeit:

01 / 2001 - 12 / 2003

Internet:

http://www.pflanzenphysiologie.uni-bayreuth.de/pfl...

Tropische Gebirgswälder zählen weltweit zu den Gebieten mit der höchsten Artenvielfalt. Dies gilt auch für die Wälder, die sich am wechselfeucht-tropischen Osthang des Äthiopischen Grabens entwickelt haben. Allerdings ist aufgrund der rasch zunehmenden Bevölkerung der Druck auf die natürlichen Ressourcen groß. Brandrodung und Einschlag von Holz zur Gewinnung von Brennholz, Holzkohle und Bauholz führten zu einer Reduktion der Waldfläche Äthiopiens von circa 20 Prozent im ausgehenden 19. Jahrhundert auf 3,6 Prozent im Jahre 1991. Jährlich gehen weitere 100.000 Hektar Naturwaldfläche verloren. Dem stehen Aufforstungen mit exotischen Baumarten in einer Größenordnung von circa 40.000 Hektar pro Jahr gegenüber, die mittlerweile landesweit circa 500.000 Hektar ausmachen. Diese Aufforstungen sind jedoch bezüglich ihrer ökologischen Anpassung und Nachhaltigkeit schwer zu beurteilen. So ist unklar, welche Baumart für eine nachhaltige Bodennutzung am günstigsten ist, und welchen Einfluss die veränderte Bestandesstruktur auf Standortseigenschaften und Biodiversität hat. Gerade in Ländern wie Äthiopien mit ländlicher Struktur, einer geringen Wirtschaftskraft und einer labilen Ernährungssituation ist neben der Aufrechterhaltung der Biodiversität die nachhaltige Versorgung mit Nahrungsmitteln und Holz als Baustoff und Energieträger eine drängende Frage im Alltagsleben der Bevölkerung. Die Lösung dieses Problems wird aufgrund des wachsenden Bevölkerungsdrucks immer schwieriger. Mit dem Wissen, dass das traditionell geprägte Leben auf die Vielfalt und Stabilität der natürlichen Ressourcen angewiesen ist, werden daher in dem DFG-Projekt naturwissenschaftliche Grundlagen einer nachhaltigen Nutzung der Wälder und Forsten erarbeitet. Am Beispiel des Munessa-Waldes in Südost-Äthiopien werden die Prozesse der Waldzerstörung und des Waldumbaus interdisziplinär studiert unter Berücksichtigung bodenkundlicher (Nährstoffe, Wasser, Humus), geobotanischer (Struktur und Artenzusam mensetzung), pflanzenphysiologischer (Wasserhaushalt und Gaswechsel) und sozioökonomischer Aspekte. Die Untersuchungen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit Kollegen vom Äthiopischen Landwirtschaftlichen Forschungsinstitut und der Universität Addis Abeba und erfassen neben Höhentransekten in erster Linie festgelegte Orte, an denen gemeinsam intensive Messungen durchgeführt werden (»Intensivmessplots«). Ausgehend von diesen Studien und unter Einbeziehung der lokalen Forstverwaltung ist vorgesehen, ein Handbuch zu erstellen. Dieses Instrumentarium soll die als notwendig erkannten Schritte zur Bewertung von Waldeinheiten festlegen und Maßnahmenkataloge enthalten für eine ressourcenschonende Waldnutzung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wahrung der Biodiversität.