Institut

für

Afrikastudien

Revolution 3.0


  

Leitung:


  

Prof. Dr. Ute Fendler



Lehrstuhl:

Romanische Literaturwissenschaft und Komparatistik

Kontakt:

ute.fendler@uni-bayreuth.de

Mitarbeiter:

Laufzeit:

2012 - 2018

Internet:

http://www.romanistik1.uni-bayreuth.de/de/research...

Afrika als ein Kontinent zwischen Dystopie und Aufbruch wirft die Frage danach auf, was als Zukunft projiziert und welche Utopien entworfen werden. Es zeigt sich, dass Zukunftsvisionen sowohl an historische Revolutionen anknüpfen und diese umdeuten, als auch neue Entwürfe generieren. Dabei beschäftigt sich das Projekt mit Fragen nach der Verwobenheit des Ästhetischen und Politischen in Situationen radikalen gesellschaftlichen Umbruchs und danach, welche Bilder sich als wirkmächtig erweisen und zu Ikonen werden, die aufgegriffen, neu besetzt und kombiniert werden, um Sinn zu stiften. Diese Ikonographien speisen sich aus den visuellen Archiven und können in unterschiedlichen Dispositiven wie Malerei, Photographie und audiovisuellen Medien bewahrt und (re-)produziert werden.


Im Zentrum stehen diachrone und interkulturelle Bild-Filiationen der longue durée des lusophonen Afrika, die als Teil des visuellen Erinnerungsprozesses mit der Konjunktur politisch-sozialer Bewegungen und rezenten Medienumbrüchen verwoben sind. Die Forschung konzentriert sich zunächst auf das Kernland Mosambik, nicht zuletzt da hier direkt nach der Unabhängigkeit (1975) das „Instituto Nacional de Cinema“ gegründet wurde, mit der Zielsetzung, den Mosambikanern 'eigene Bilder' zu geben, die im Gegensatz zu kolonial geprägten Bilderwelten standen. Hinzu kommt, dass das Land nach der Unabhängigkeit als Teil der 'sozialistischen Internationale' in politische Bewegungen eingegliedert wurde (z.B. Algerien, Angola, Namibia, Burkina Faso, Guinea Bissau), was sich ebenfalls in den Ikonographien niederschlägt. Über diesen ideologischen und faktischen Internationalismus ergeben sich Bezüge, die über Afrika hinaus weisen (Kuba, DDR, Chile) Die gegenwärtigen Zukunftsentwürfe scheinen hier zwischen politisch-ökonomischen Pragmatismus und nostalgischen Utopien zu changieren, wobei sich die Frage nach dem originär Neuen stellt. Die zentrale Frage ist die Verhandlung aktueller und historischer Zukunftsentwürfe in Ikonographien von Revolutionen und die Erforschung der visuellen Archive, auf die dabei rekurriert wird. Den Gegenstandsbereich verorten wir in einem Dreieck, das sich zwischen bildender Kunst, Film bis hin zu virtuellen Bildwelten im Internet spannt.