Institut

für

Afrikastudien

„Mapping Opera in South African Democray (1994-2017) . Eine Analyse der Strukturen und Intentionen südafrikanischer Opernproduktion“


  

Leitung:



Lehrstuhl:

Kontakt:

LENA.VAN-DER-HOVEN@UNI-BAYREUTH.DE

Mitarbeiter:

Laufzeit:

-

Internet:

http://www.prof-musikwissenschaft.uni-bayreuth.de/...

Dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt analysiert erstmals die unterschiedlichen institutionellen Strukturen und impliziten Intentionen der Opernproduktion im Südafrika der Post-Apartheid. Dabei wird nicht nur die Finanzierung der Opernproduktionen und ihrer Institutionen mit ihrem jeweiligen Publikum in den Blick genommen, sondern auch danach gefragt, inwieweit diese Strukturen Einfluss auf die jeweilige Stoffwahl und ästhetische Umsetzung der Produktionen haben. Im dia- und synchronen Vergleich soll herausgefunden werden, welche impliziten Intentionen (z.B. neue Identitäts-, Gemeinschafts-, oder Gesellschaftsbildung) mit den Opernproduktionen in der jungen Demokratie verbunden werden. Während in Europa wiederholt gefragt wird, ob (Staats-)Opern heute in Demokratien noch von gesellschaftlicher Relevanz und förderungswürdig sind, drängt sich mit ihrer Beliebtheit in der früheren weißen Elite und den Townships in Südafrika eine ganz andere Frage auf: Handelt es sich um einen postkolonialen Transfer eines europäischen Kulturmodells, oder hat hier ein Synkretismus stattgefunden? Und wird in südafrikanischen Opernproduktionen der jungen Demokratie nach dem kulturellen Embargo während der Apartheid versucht „authentische“ Narrative Südafrikas oder transferierte Erwartungen eines Südafrika-Bildes europäischer Prägung darzustellen? Von der Analyse der Opernstrukturen in Südafrika ist zu erwarten, dass sie nicht nur regionale Rückschlüsse auf das jeweilige sozio-politische Potenzial der Oper erlaubt, sondern auch eine neue globale Perspektive auf Opernkrisen ermöglicht. Dieses Forschungsprojekt strebt keine Einverleibung in eine westliche Operngeschichte an, sondern möchte vielmehr einer Vernetzungsgeschichte zur bereits in Europa existierenden Pluralität nachspüren.