Institut

für

Afrikastudien

Die Entwicklung der islamischen frommen Stiftungen in Marokko, Algerien und Ägypten im 20. Jahrhundert


  

Leitung:



Lehrstuhl:

Kontakt:

franz.kogelmann@uni-bayreuth.de

Mitarbeiter:

Laufzeit:

2000 - 2003

Internet:


DFG-Projekt 2000-2003
Gegenstand des Projekts ist die Entwicklung der islamischen frommen Stiftungen (waqf / auqaf bzw. hubs / ahbas im Maghreb) im 20. Jahrhundert. Das islamische Stiftungswesen hat jahrhundertelang weitgehend unabhängig von staatlicher Einflussnahme wichtige gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Aufgaben im Leben der Muslime wahrgenom-men. Der koloniale Staat hat einen Teil dieser Funktionen an sich gezogen. Nach Wieder-herstellung staatlicher Souveränität haben muslimische Machthaber das islamische Stif-tungswesen entweder liquidiert oder unter direkte staatliche Kontrolle gestellt. Den Ulama’ wurde dadurch ihre finanzielle Autonomie entzogen und sie sind in die Abhängigkeit des Staates geraten.
Weder der Prozess der Zentralisierung frommer Stiftungen noch die hierauf erfolgten Reaktionen sind bislang eingehend untersucht worden. Ziel der Studie ist es, am Beispiel von Marokko, Algerien und Ägypten Wandlungsprozesse einer ehedem zentralen islamischen Institution und die Reaktionen auf diese Entwicklung von Seiten des religiösen Establish-ments aufzuzeigen. Unter dem Einfluss von Islamisten ist spätestens seit den 1970er Jahren die politische Diskussion in muslimischen Staaten stark von religiösen Inhalten geprägt. Ferner ist eine intensive Debatte zum Konzept der Zivilgesellschaft in Gang gekommen. Ein weiteres Forschungsziel ist es daher, den Stellenwert der frommen Stiftungen im ge-genwärtigen politischen Diskurs sowie dessen Einfluss auf die aktuelle Praxis des islamischen Stiftungswesens in den genannten Ländern zu ermitteln.