Institut

für

Afrikastudien

Tradition und Innovation. Alte und neue Kirchen im religiösen Markt Südafrikas


  

Leitung:


  

Prof. Dr. Ulrich Berner



Lehrstuhl:

Religionswissenschaft mit Schwerpunkt Afrika

Kontakt:

ulrich.berner@uni-bayreuth.de

Mitarbeiter:

Ukah, Dr. Asonzeh

Laufzeit:

2008 - 2012

Internet:

http://www.religion.uni-bayreuth.de/de/3_Forschung...

Die Metapher des „religiösen Marktes“, die in der modernen Religionssoziologie oft gebraucht wird, scheint gut auf das postkoloniale Afrika anwendbar zu sein, insbesondere auf Südafrika nach dem Ende der Apartheids-Ära. In diesem religiösen Markt konkurrieren alte und neue Kirchen miteinander – die alten Kirchen brauchen Innovationen, um sich an den gewandelten politischen Kontext anzupassen; die neuen Kirchen müssen Traditionen entwickeln, um sich in den kulturellen Kontext einzufügen. Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes stehen eine der klassischen unabhängigen Zulu-Kirchen, zu Beginn des 20.Jh.s entstanden, und zwei der neuen pentekostalen Kirchen, die gegen Ende des 20.Jh.s in Nigeria entstanden und nach dem Ende der Apartheids-Ära nach Südafrika gekommen sind. Als eine komplementäre Perspektive wird ein historisches Beispiel aus dem 19.Jh. in die Betrachtung einbezogen: das Werk eines anglikanischen Bischofs, dessen Ansätze zur Innovation in seiner Kirche gescheitert sind, der aber einen nachhaltigen Einfluss ausgeübt hat auf die Entstehung einer unabhängigen, intellektuellen Zulu-Kultur im frühen 20. Jh.. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt, insofern als es historische, ethnologische und soziologische Perspektiven verbindet, und es ist offen für die Kooperation mit Projekten, die andere Religionen zum Gegenstand haben, wie z.B. den Islam in Südafrika.