Institut

für

Afrikastudien

Ungewissheit, Innovation und Ordnung

Formen des Handelns mit Risiko und die vielfältigen Entwürfe von Ordnung, die im Umgang mit den Ungewissheiten und Konflikten in Afrika entwickelt werden, sind zentrale Aspekte dieses Profilschwerpunkts. Dazu gehören z.B. auch die Gestaltung von Verwandtschafts- und Generationsbeziehungen oder die Aneignung technologischer Innovationen.

Im Folgenden werden beispielhaft einige Projekte vorgestellt, die einen Einblick in die Forschungen am IAS zu diesem Themenschwerpunkt geben können.

Local Strategies of Conflict Management in Guinea-Bissau

Arbeit vor Ort in Biombo (Guinea-Bissau) (Foto: A. Borszik)

Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Klute verknüpft zwei theoretische Positionen: Einerseits die Zerbrechlichkeit staatlicher Strukturen in einigen Teilen Afrikas, die im Gegensatz zur bemerkenswerten Vitalität lokaler Akteure steht, und andererseits theoretische Debatten über die Herausbildung informeller politischer Ordnungen innerhalb oder jenseits des Staates in Afrika. Das Projekt untersucht lokale Formen der Streitregelung und ihre Verflechtung mit den entsprechenden Rechtssystemen und Streitregelungseinrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene.

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Konfliktregulierung und Postkonfliktprozesse in Ghana und Uganda

Vermittlungsgespräche - Artur Bogner HP
Vermittlungsgespräche (Foto: Artur Bogner)

Aufgabe des Projekts ist die empirische Erforschung der Verläufe und sozio-politischen Folgen von lokalen Prozessen der Konfliktregulierung (insbesondere der Schlichtung von Konflikten) und Friedenskonsolidierung im Kontext „dezentraler“ bewaffneter Gruppenkonflikte im subsaharischen Afrika. Dies soll auf dem Weg der historischen Rekonstruktion und des Vergleichs von lokalen Deeskalations- und Postkonfliktprozessen in Uganda und Ghana erfolgen. Damit soll das Projekt zugleich einen empirischen Beitrag zur Analyse der Entstehung von neuartigen Formen der Konfliktregulierung und Gewaltkontrolle sowie des damit verbundenen Wandels in den Formen der Regulierung sozialen Handelns, des Regierens, der Kooperation und der politischen Legitimität leisten. Im Zentrum des Interesses steht hierbei die Entstehung neuartiger sozio-politischer Arrangements, die durch die Untersuchung v. a. der alltäglichen, „lokalen“ Praktiken der Konfliktbearbeitung erschlossen werden sollen. Wichtige Akteure in diesen Feldern sind staatliche Instanzen, traditional legitimierte Autoritäten, zivilgesellschaftliche Akteure wie NGOs sowie international tätige Organisationen, deren komplexes Zusammenspiel die neuartigen sozio-politischen Arrangements auf lokaler Ebene konstituiert. Mit dieser Ausrichtung betrachtet das Projekt die gesellschaftlichen Prozesse auf der sozialen Mikro- und Mesoebene im Zusammenhang mit der Genese von Formen einer „cosmopolitan governance“ bzw. einer im Frühstadium befindlichen „Weltinnenpolitik“.

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