Institut

für

Afrikastudien

Linguistik

Folgende linguistische Fächer forschen an der Universität Bayreuth mit Afrikabezug:

  • Afrikanische Sprachwissenschaft
  • Anglistische Sprachwissenschaft
  • Arabistik
  • Romanische und Allgemeine Sprachwissenschaft

Die Forschungsansätze der in der Linguistik vertretenen Fächer weisen Gemeinsamkeiten in der Einbeziehung des sozialen und kulturellen Umfelds der jeweiligen Sprachgemeinschaft sowie in der korpusbasierten Herangehensweise auf, d.h. es geht ihnen um den Aufbau und die Analyse möglichst umfangreicher Textkorpora sowie die Untersuchung von Sprachgebrauch und Spracheinstellungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Die Fächer kooperieren in Lehre und Forschung. Sichtbarer Ausdruck dessen ist u.a. das "Linguistische Kolloquium" der Fakultät. Unterschiede ergeben sich aus den vielfältigen Objektbereichen und der Forschungslage der einzelnen Fächer, die im Folgenden kurz dargestellt werden.

Afrikanische Sprachwissenschaft

Die Afrikanistik beschäftigt sich u.a. mit Sprachen, die bisher noch gar nicht oder kaum beschrieben wurden. In diesen Fällen geht es darum, grammatische Beschreibungen und Wörterbücher zu erstellen, die für die Entwicklung von Orthographien und Lehrmitteln in diesen Sprachen unabdingbar sind. In der Feldforschung geht es neben der Aufnahme und Auswertung von Sprachdaten im sozialen und kulturellen – häufig mehrsprachigen – Umfeld immer auch um die Sammlung möglichst unterschiedlicher Texte fiktionaler und nichtfiktionaler Natur. Eine wichtige Tradition afrikanistischer Forschung in Deutschland ist darüber hinaus die historische Herangehensweise durch Sprachvergleichung und nach Möglichkeit durch die Analyse historischer Texte.

Anglistische Sprachwissenschaft

Die Anglistik interessiert sich für die Varietäten des Englischen in Afrika und für englisch-basierte Kontaktsprachen in Afrika und der afrikanischen Diaspora. Insbesondere geht es hierbei um folgende Schwerpunkte:

  • Status, Funktion und Verwendung des Englischen im multilingualen Kontext
  • Beschreibung und Analyse afrikanischer Varietäten des Englischen
  • Verwendung des Englischen im situativen Kontext und in der verbalen Interaktion
  • Entwicklung von englisch-basierten Kontaktsprachen (Pidgin- und Kreolsprachen) in Afrika und der afrikanischen Diaspora
  • Repräsentation von Diasporaidentitäten im Kontext verschiedener sozialer und verbaler Praktiken (z.B. Anredeformen, Realisierung von spezifischen Sprechakten)

Arabistik

Die Arabistik in Bayreuth interessiert sich vor allem für die afrikanischen Arabisch-Varietäten, wobei es um folgende Fragen geht:

  • die Einflüsse benachbarter "afrikanischer" Sprachen (Sprachkontaktlinguistik)
  • die Mehrsprachigkeit von Sprechern, bzw. Sprachvariation (Soziolinguistik)
  • die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Dialekten (Dialektologie)
  • die Entwicklung von arabisch-basierten Pidgin und Kreolsprachen
  • die Geschichte des Arabischen aus einer afrikanischen Perspektive und deren Beziehung zur weiteren arabischen Sprachgeschichte (historische Linguistik)

Romanische und Allgemeine Sprachwissenschaft

Die Romanistik beschäftigt sich mit den Ausprägungen (Varietäten) des Französischen im sub-saharischen Afrika und untersucht diese in verschiedenen Kontexten, Situationen und Bereichen, insbesondere in den Medien (v.a. in Radio, Fernsehen, Internet) und im Wissenstransfer (u.a. im Bereich medizinische Kommunikation, Prävention). Vor dem theoretischen Hintergrund von Soziolinguistik, Pragmatik und Gesprächsanalyse liegt der Akzent auf der Verwendung des Französischen in der Interaktion .Angesichts der Mehrsprachigkeit der meisten frankophonen Staaten Afrikas spielen dabei auch Fragen des Sprach- und Kulturkontakts eine wichtige Rolle, die auch aus einer kontrastiven Perspektive heraus erforscht werden