Institut

für

Afrikastudien

Literaturwissenschaften

An der Universität Bayreuth sind drei literaturwissenschaftlich ausgerichtete Professuren mit Afrikabezug vertreten:

  • Professur für Literaturen in afrikanischen Sprachen
  • Professur für Englische Literaturwissenschaft und Anglophone Literaturen
  • Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft und Komparatistik unter besonderer Berücksichtigung Afrikas

Die Forschungsansätze dieser Fächer weisen Gemeinsamkeiten nicht nur in der Einbeziehung des sozialen und kulturellen Umfelds der Literaturen im Hinblick auf Produktion, Distribution und Rezeption auf. Gemeinsam sind den Fächern vielmehr auch eine diachrone und synchrone Betrachtung der Literaturen sowie eine Beschäftigung mit intermedialen und interkulturellen Phänomenen. Die Fächer kooperieren in Lehre und Forschung, was sich unter anderem in gemeinsamen Lehrveranstaltungen manifestiert.

Die spezifische Ausrichtung der einzelnen Fächer zeigt sich insbesondere in der Forschung, was sich zum Teil auch in der Lehre niederschlägt.

Literaturen in afrikanischen Sprachen

Die Bandbreite für das Studium der Literaturen in afrikanischen Sprachen ist immens. Es könnten orale und schriftliche Literaturen aller afrikanischen Sprachen und Kulturen darunter gefasst werden, was aber die Kenntnis eben dieser Sprachen und Kulturen voraussetzen würde, was nicht möglich ist. Dennoch ist das Fach "Literaturen in Afrikanischen Sprachen" offen konzipiert worden, so dass Inhalte und die Herangehensweise je nach Bedarf ausgelegt werden kann.

Zur Zeit umfasst die Lehre der Literaturen in Afrikanischen Sprachen an der Universität Bayreuth drei grundlegende Komponenten: eine theoretische Einheit, die eine Einführung in die Literaturen in afrikanischen Sprachen sichert; eine weitere, die vergleichende Studien der oralen und schriftlichen Gattungen dieser Literaturen zum Ziel hat und schließlich die Lehre der Swahili-Literaturen in all ihrer Vielfalt. In diesen drei Bereichen sichert das Lehrangebot einen großen Überblick über methodische Herangehensweisen und dabei die Analyse von Texten, die nach Themen, Tendenzen, strukturellen und ästhetischen Aspekten gefächert werden.

Englische Literaturwissenschaft und Anglophone Literaturen Afrikas

Das Studium der anglophonen Literaturen Afrikas und seiner Diaspora gehört zur Erforschung postkolonialer Kulturen und befasst sich unter anderem mit den Auswirkungen und Spätfolgen des britischen Kolonialismus in Afrika. Die englischsprachigen Literaturen Afrikas sind Bestandteil des Anglistikstudiums an der Universität Bayreuth sowohl im BA Studiengang Anglistik als auch im MA Studiengang Intercultural Anglophone Studies sowie in den Promotionsarbeiten von anglistischen Doktorandinnen.

Hauptschwerpunkte in Forschung und Lehre sind: postkoloniale Erzählstrategien, Innovation und kulturelle Hybridität im afrikanischen anglophonen Roman. Die Darstellung der Gesellschaft der Postapartheidzeit im südafrikanischen Roman. Weibliche Identitäten im Spannungsfeld zwischen lokalen und globalen Einflüssen im ugandischen Roman. Schriftsteller der afrikanischen Diaspora in Großbritannien. Die Rolle und Darstellung der afrikanischen Diaspora in der medialen Konstruktion des britischen Multikulturalismus.

Romanische Literaturwissenschaft und Komparatistik unter besonderer Berücksichtigung Afrikas

Die Romanistik beschäftigt sich mit den so genannten „frankophonen Literaturen“. Hierzu zählen sowohl Literaturen, die von afrikanischen Autor(inn)en hervorgebracht werden (Maghreb, subsaharisches Afrika, Indischer Ozean) als auch von Autor(inn)en, die im Exil oder als Emigranten außerhalb Afrikas leben und arbeiten.

So ergibt sich ein sehr vielfältiges und reiches Arbeitsfeld, das sowohl die Beziehungen zwischen Europa und Afrika, als auch die Beziehungen zwischen afrikanischen Ländern zum Gegenstand hat. Fragen nach der kulturellen Identität ebenso wie nach einer Orientierung in einer globalisierten Welt sind grundlegende Fragestellungen. Dabei rücken auch ästhetische Aspekte in den Vordergrund, die gleichsam den Kontakt verschiedener Kulturen widerspiegeln.

Darüber hinaus werden Literaturen im Wechselspiel mit anderen künstlerischen, narrativen Ausdrucksformen gesehen, so dass die Medien ein wichtiger Bezugspunkt in der intermedialen Forschung sind (Film, Fernsehen, Comics, Presse usf.).