Institute

of

African Studies

Globale Gesundheitstechnologien und ihre Übersetzungen. Standardisierung und Organisationslernen in der Gesundheitsversorgung in Uganda and Ruanda


  

Manager:


  

Prof. Dr. Dieter Neubert


  

Prof. Dr. Ulrike Beisel



Chair:

Entwicklungssoziologie

Contact:

dieter.neubert@uni-bayreuth.de

Staff:

Umlauf, M.A. René

Term:

01 / 2013 -

Web:

http://www.entwicklungssoziologie.uni-bayreuth.de/...

Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Halle durchgeführt. Es analysiert Adaption, Kreativität und Organisationslernen im Rahmen von wandernden Technologien. Während der ersten Projektphase lag der Forschungsfokus auf der Einführung neuer Gesundheitstechnologien in ausgewählten Distrikten in Uganda und Ruanda. Am Beispiel von Restrukturierungsprozessen des Zugangs zu essentiellen Medikamenten wurde aufgezeigt wie Technologien  zur Koproduktion von wissenschaftlicher und sozialer Ordnung in nicht-westlichen Kontexten beitragen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse schlagen wir nun vor, die Forschungsperspektive auf die Implikationen und Effekte wandernder Technologien für die gesamte  Organisation  nationaler  Gesundheitsdienstleistungen  zu  verschieben.  Um  den analytischen und empirischen Komplexitäten von sich wandelnden Krankheitsvorstellungen und Behandlungsmustern  zwischen  verschiedenen  Akteuren  und  Organisationsebenen  gerecht  zu werden, konzeptualisieren wir Translation als zwei-Wege Prozess: Dies erlaubt uns einerseits zu zeigen wie Praktiken kreativer Adaption Technologien an spezifische Kontexte an- und einpassen. Gleichzeitig  ermöglicht  uns diese Perspektive  zu untersuchen,  wie durch verschiedene  Formen von  Organisationslernen  dieselben  Kontexte  an  die  Technologien  angepasst  werden.  In  der zweiten Projektphase richtet sich unsere zentrale Fragestellung darauf, wie sich therapeutische Gefüge (agencements) verändern, wenn wandernde   Technologien  in spezifische  Kontexte übersetzt  werden. Die  Beschreibung  kreativer Praktiken der Adaption und des Organisationslernens in Bezug auf Diagnose-, Behandlungs- und Informationstechnologien verspricht durch die Analyse komplexer Übersetzungsprozesse sowie dem heterogenen Zusammenspiel zwischen   Standardisierungsbemühungen undder Produktion sozialer (Un-)Ordnung einen wichtigen Beitrag zum übergeordneten Forschungsprogramm zu leisten.


The project is conducted in co-operation with the university of Halle. The project analyses practices of adaptation, creativity and organisational learning by focusing on traveling health technologies in selected districts in Uganda and Rwanda. In Phase I our research concentrated on how global health technologies not only reconfigure access to medicines, but also coproduce scientific and social orders in non-western settings. The results suggest shifting this focus to the re-organisation of entire health care services. In order to better capture the complexities that changing health care practices entail for patients, health staff and the overall organisation of health care in Uganda and Rwanda, we conceptualise translation as a two-way process: this enables us to trace how creative practices adapt technologies to specific contexts, and in turn, how these contexts are also adapted to the technologies, e.g. through various forms of organisational learning. In Phase II of the project, our main objective is to analyse how therapeutic agencements change when travelling technologies are being translated to particular sites. Documenting   practices   of  creativity,   adaptation   and   organizational   learning   in  diagnostic-, treatment- and information-technologies,  the project contributes to the Priority Programme through a detailed analysis of the translation process and the interplay between standardising practices and the production of social (dis)order.