Institute

of

African Studies

Ethnotourismus: Europäer bei Berbern und Tuareg


  

Manager:


  

Prof. Dr. Herbert Popp



Chair:

Stadtgeographie und Geographie des ländlichen Raumes

Contact:

herbert.popp@uni-bayreuth.de

Staff:

Spittler, Prof. emerit. Dr. Gerd

Term:

2000 - 2006

Web:

http://www.stadtgeo.uni-bayreuth.de/de/research/pr...

In interdsisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Ethnologie und Geographie werden Beziehungen zwischen ethnischer Konstruktion und Tourismus, am Beispiel der "Berber" und der "Tuareg" aufgezeigt.
Die miteinander verwandten Berber und Tuareg gehören zu den in Europa, vielleicht sogar weltweit bekanntesten Ethnien Afrikas. In Marokko, Algerien, Tunesien und Niger hat sich ein auf Berber und Tuareg konzentrierter Ethnotourismus herausgebildet. Von den Forschungen wird ein Beitrag zum Verständnis des bisher wenig untersuchten Ethnotourismus und seiner wirtschaftlichen Effekte erwartet. Über den Tourismusbereich hinaus soll ein Beitrag zur Debatte der "Konstruktion von Ethizität" geleistet werden.
In der ersten Phase des Projekts (7/2000- 6/2003) wurde das Image der Berber im Tourismus in Marokko untersucht. Es wurden drei Fallstudien in Marokko (Aït Ben Haddou, Ouarzazate, Agadir) durchgeführt, in denen die Interaktion zwischen Touristen und Einheimischen untersucht wurde. Dabei zeigte sich, dass positive Klischees über Berber von allen Akteuren des Tourismus aufgegriffen und reproduziert werden.
Die nächste Phase des Projekts (seit 7/2003) greift die Ausweisung von Stätten berberischer Kultur zum Weltkulturerbe durch die UNESCO auf. Die Untersuchung fokussiert auf die Medina von Marrakech (Marokko), das Tal des M´zab (Algerien) und den Platz Djemaa el Fna in Marrakech, dem Prototyp der neuen UNESCO-Schutzkategorie des "oral and intangible heritage". Die Untersuchung fragt sowohl nach den Motiven für die Ausweisung der Orte als Stätten des Weltkulturerbes, als auch nach den Auswirkungen, die diese Ausweisung für die Wahrnehmung der Stätten durch Touristen und für die lokale Bevölkerung selbst hat.