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Oper der Ambiguitäten: Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika
29.09.2026
Iwalewahaus
Oper der Ambiguitäten. Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika
Dr. Sarah Hegenbart, Professur für Global Art History, Universität Heidelberg
Die Bayreuther Festspiele nehmen eine zentrale Rolle in Christoph Schlingensiefs Planung des partizipativen Kunstexperiment Operndorf Afrika ein. So translozierte der deutsche Multimedia Künstler Schlingensief (1960-2010) bereits während seiner Parsifal-Inszenierung für die Bayreuther Festspiele von 2004-2007 das Gesamtkunstwerk in andere kulturelle Regionen. Dementsprechend ist es nur konsequent anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele und 15 Jahre nach Gründung des Operndorfs einmal zurückzublicken. Dabei ergeben sich viele Fragen: Was hat das Operndorf mit Richard Wagner zu tun? Und ist das ehemals auch als Festspielhaus Afrika bekannte Projekt Operndorf etwa eine burkinische Version des Bayreuther Festspielhauses? Was bedeutet Christoph Schlingensiefs Parsifal Inszenierung für die Kinder, die nun im Operndorf zur Schule gehen? Im Vortrag Oper der Ambiguitäten. Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika führt die Kunstwissenschaftlerin Dr. Sarah Hegenbart (Universität Heidelberg) in ihre Forschung zum Operndorf Afrika ein und skizziert Verbindungslinien zwischen Christoph Schlingensiefs Erfahrung in Bayreuth, der Rolle Richard Wagners und dem Alltag im heutigen Operndorf Afrika im westafrikanischen Burkina Faso. Was bedeutet Schlingensiefs Oper der Ambiguitäten für uns heute?
Der Vortrag findet im Rahmen des städtischen Jubiläumsprogramms „Festival150 - 150 Jahre Festspiele" statt und wird durch das Kulturamt Bayreuth unterstützt. Unter dem Leitmotiv „Bayreuth wird zum Gesamtkunstwerk" nimmt das Jubiläumsjahr die von Richard Wagner geprägte Idee des Gesamtkunstwerks auf und entwickelt sie für die Gegenwart weiter: Musik, Kunst, Theater, Street-Art und Innovation verschmelzen zu einem stadtweiten Festival. Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika steht dabei exemplarisch für eine Weiterführung dieser Festspielidee über Bayreuth hinaus.
Dr. Sarah Hegenbart vertritt derzeit die Professur für Global Art History an der Universität Heidelberg. Vor ihrer Promotion am Courtauld Institute of Art in London absolvierte sie einen Master of Studies in Ancient Philosophy an der University of Oxford und einen Magister in Philosophie und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin. Zu ihren aktuellen Publikationen gehören die Monographien „From Bayreuth to Burkina Faso: Christoph Schlingensief’s Opera Village Africa as Postcolonial Gesamtkunstwerk“ (2022), „Oper der Ambiguitäten: Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika“ (2021) sowie die Anthologien „Dada Data: Contemporary art practice in the era of post-truth politics“ (2023; zusammen mit Mara Kölmel) und „Curating Transcultural Spaces: Perspectives on Postcolonial Conflicts in Museum Culture“ (2024).